Stephan Administrator


Anmeldungsdatum: 31.01.2005 Beiträge: 2860 Wohnort: Schönau am Königssee
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Verfasst am: Do, 29. Jan. 2009 18:28 Titel: Reisende Teerkolonnen mit Vorsicht zu genießen
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Seit Jahren treten auch in Oberbayern immer wieder reisende britische Teerkolonnen auf und bieten an der Haustüre ihre Dienste an. Zum Schnäppchenpreis sollen kleinere Flächen auf Garagenzufahren, Höfen und Wegen repariert oder asphaltiert werden. Sehr oft wird das Ganze aber auch zum Fall für die Polizei, da Arbeiten völlig unprofessionell und sehr mangelhaft ausgeführt oder nach Rechnungsbezahlung gar nicht erst fertiggestellt werden. Die Preise sind zudem meist weit überteuert und häufig werden „potentielle Kunden“ zum Vertragsabschluss gedrängt, genötigt, sogar bedroht und manchmal auch verletzt.
Eine dieser Teerkolonnen war seit Anfang Januar auch im Bereich Wasserburg / Waldkraiburg unterwegs. Auch hier kam es zu erheblichen Problemen. Im Dienstbereich der Polizei Wasserburg hatte ein solcher Arbeitstrupp ohne konkreten Auftrag bei einem Landwirt Arbeiten ausgeführt und diesen dann unter Drohungen zur Bezahlung gezwungen. Noch bevor in einem anderen Fall die Polizei Waldkraiburg vermutlich die selbe Kolonne bei einem Arbeitseinsatz in Aschau am Inn kontrollieren konnte, waren die „Arbeiter“ auch schon verschwunden. Obwohl sie den gesamten Rechnungsbetrag bereits kassiert hatten, erschienen sie auch nicht mehr, um die angefangene Arbeit auch fertig zu stellen. In Kraiburg am Inn hatte einer aus dem Arbeitstrupp einer Frau offensichtlich aus Verärgerung über deren zurückgezogenen Auftrag eine Autotüre absichtlich gegen den Körper geschlagen, wobei die Frau leicht verletzt wurde.
Nach entsprechenden Hinweisen konnte schließlich ein solcher Arbeitstrupp, von deren Art angeblich bis zu 30 deutschlandweit unterwegs sind, im Bereich Heldenstein aufgespürt werden. Mehrere Beamte der Polizei Waldkraiburg konnten gemeinsam mit Kollegen aus Mühldorf und Beamten des Hauptzollamtes Rosenheim mehrere britische und slowakische Staatsangehörige einer eingehenden Kontrolle unterziehen. Drei slowakische Schwarzarbeiter und ihre britischen Arbeitgeber wurden zur Anzeige gebracht. Vom Hauptzollamt wurde eine durch die Staatsanwaltschaft Traunstein angeordnete beträchtliche Sicherheitsleistung als Vorgriff auf die zu erwartende Geldbuße kassiert.
Noch während der laufenden Ermittlungen hatte der britische Teil des Arbeitstrupps versucht, sich aus ihrer Unterkunft in Wasserburg abzusetzen, was die eingesetzten Beamten gerade noch verhindern konnten. Die slowakischen „Kollegen“ aus dem Trupp, die sich gerade anlässlich ihrer Vernehmungen bei der Polizei befanden, sollten von ihren Chefs offensichtlich einfach ihrem Schicksal überlassen werden.
Zwischenzeitlich konnte noch eine weitere Straftat ermittelt werden. Einer der Bosse der Teerkolonne hatte sich bei einem anderen Auftrag mit falschen Namen ausgegeben. Auch eine ordentliche Firmenanschrift war auf Rechnung und Auftrag nirgends zu finden. Dies hatte offensichtlich alles zum Ziel, eine Nachverfolgung praktisch zu verhindern. Der selbe Mann konnte auch als derjenige identifiziert werden, der in Kraiburg der abgesprungenen Kundin die Autotüre gegen den Körper geschlagen hatte. Die Beantragung eines Haftbefehles konnte der rabiate und betrügerische Mann nur durch die Hinterlegung einer Sicherheitsleistung von 700 Euro abwenden.
Die Polizei empfiehlt:
➢ Prüfen Sie unangeforderte Angebote von Waren und Dienstleistungen „an der Haustüre“ grundsätzlich sehr kritisch
➢ Lassen Sie sich nicht auf Schwarzarbeit ein, dies ist auch für den „Auftraggeber“ strafbar
➢ Günstige Preisangebote wie bei den reisenden Teerkolonnen erscheinen nur auf den ersten Blick als „Schnäppchen“. Oft wird daraus durch unsachgemäße Ausführungen bis hin zur absoluten Pfuscherei oder durch nicht beendete Arbeiten schnell eine Kostenfalle. Also Preis-/Leistungsverhältnis genau prüfen. Am besten aber Finger weg davon.
➢ Regressansprüche sind nur schwer zu verfolgen, da die „Firmen“ üblicherweise keinen festen Sitz haben und reisend tätig sind.
➢ Schon die fadenscheinige Erklärung der Teerkolonnen, sie hätten noch einen Materialrest von einer anderen Baustelle übrig und könnten deshalb günstig arbeiten, ist i.d.R. frei erfunden. Gesundes Misstrauen ist also durchaus angebracht. _________________ Berchtesgadeninfo.de: Urlaub in Berchtesgaden, Ramsau und Königssee http://www.berchtesgadeninfo.de
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