Stephan Administrator


Anmeldungsdatum: 31.01.2005 Beiträge: 730 Wohnort: Schönau am Königssee
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Verfasst am: Mo, 26. März. 2007 20:51 Titel: Nazareth und Springer im Felsenkeller
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Wunderbare Zeitreise in die Rockhistorie
Nazareth und Springer begeisterten 1200 Fans im Steiner Felsenkeller
Augen zu und Ohren aufsperren – wehte da nicht ein deutlich spürbarer Hauch der Freiheit durch den Steiner Felsenkeller – die wunderbare Freiheit der 70er-Jahre, als die Musik noch handgemacht war und es noch nicht an allen Ecken und Enden Gesetze, Verbote und Verordnungen hagelte. „This Flight Tonight“, einer der Megahits der Rockveteranen Nazareth war für viele der 1200 Fans am Samstag fast Programm: Ein Flug für eine Nacht in die Musikhistorie und in die eigene Vergangenheit.
Dan McCafferty (vocals) und Peter Agnew (bass), beide Gründungsmitglieder, rockten zusammen mit Jimmy Murisson (guitar) und Lee Agnew, der den 1999 verstorbenen Darrel Sweet an den Drums ersetzt hat, den Felsenkeller wie in besten Zeiten. Die Schotten geizten keinesfalls mit ihren großen Hits und so blieb beim Publikum, das nahezu alle Altersstufen umfasste, kein Wunsch übrig. Für praktisch jeden war der Lieblingshit dabei und damit die Erinnerung an längst vergangene Tage: Hat uns nicht „Love Hurts“ durch die erste große Liebesromanze geleitet, hat nicht der Kassettenrekorder bei spontanen Spritztouren im alten Ford Taunus bei „Holiday“ in voller Lautstärke besonders geknarzt und war es nicht einfach schön bei „Dream on“ in der Sonne zu liegen und an nichts zu denken?
Mit Sicherheit werden einige der Besucher in den nächsten Tagen im Dachboden oder im Keller nach den alten Nazareth-Platten stöbern, versunken die an den Kanten abgestoßenen Cover betrachten und – sofern noch vorhanden – den alten Dual-Plattenspieler anwerfen. Dass die Band fast 40 Jahre auf dem Buckel hat, sieht man Dan McCafferty und Peter Agnew natürlich an. 40 Jahre im Rockbusiness sind wohl gefühlte 100 Jahre im richtigen Leben und so kündet McCafferty, dessen unverwechselbare Stimme noch genau so wie immer klingt, auch „Razamanaz“ als Song an, den er vor etwa 115 Jahren geschrieben habe. Tiefe Furchen durchziehen das grau gestoppelte Gesicht von McCafferty und manche Grimasse ist fast zum Fürchten, doch irgendwie klingen die Songs immer noch frisch und wenn Murisson die E-Saiten besonders intensiv traktiert, kann man im Publikum den ein oder anderen Glatzenträger dabei ertappen wie er die imaginäre Mähne der Vergangenheit durch die Luft wirbeln lässt. „Love Leads To Madness“ – ach ja dürfte man doch noch mal so richtig verrückt sein, ohne dass überall „Danger Danger“ aufleuchtet und man befürchten muss nach „Alcatraz“ geschickt zu werden. Einmal noch bis zum „Morning Dew“ „Loved And Lost“ mit einer „Night Woman“. „Tell Me That You Love Me“ und „Do Everything For You“ – Liebesgeflüster aus Zeiten, in denen man noch nicht im Traum daran dachte, sich per Internet-Chatroom zu verlieben. Irgendwie war’s früher einfach nicht so künstlich. McCafferty & Co spielen noch heute ehrlichen Rock’n’ Roll. Und das – im Gegensatz zu vielen Bands, die aus den alten Zeiten übrig geblieben sind – auf höchstem Niveau.
Eingestimmt wurde die Nazareth-Fangemeinde mit aktuellem Soundmaterial aus der Region. Die Springer machten gleich richtig Party und stellten einmal mehr ihre mitreißenden Live-Qualitäten unter Beweis. Neben bekannten Songs wie „Postkarte“ stellten Guido, Martin und Günter auch ihr neues Album „Licht“ vor, das vom Londoner Jon Caffery produziert und gemischt wurde. Das ist der Mann, der für alle Scheiben der Toten Hosen sowie für unzählige andere große Künstler verantwortlich ist. „Das war eine super Zusammenarbeit. Intensiv, aber ganz entspannt“, erzählt Frontmann Günter Wimmer. Offensichtlich haben die Aufnahmen in Traunstein auch Caffery richtig Spaß gemacht, denn der Klang-Guru sucht jetzt ein Haus im Chiemgau, um dort auch ein Tonstudio einzurichten. Für die Springer könnte das neue Album jedenfalls noch mal einen richtigen Karriereschub bedeuten. Stücke wie „Unser Song“ haben auf alle Fälle Hit-Qualität. Bis das Album auf dem Markt ist, dauert es noch ein paar Wochen, weil auch das Video zu „Licht“ noch nicht ganz fertig ist. „Wir lassen alles locker auf uns zukommen, weil wir von Qualität der neuen Stücke überzeugt sind“, so Wimmer.
Und wenn die Springer dereinst wie Nazareth im nächsten Jahr ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum feiern können, hat vielleicht Jon Caffery viel dazu beigetragen.
Text: Michael Buchholz - www.mb-presse.de
Nazareth 130. Mit 1200 Fans war der Felskeller bestens gefüllt.
Fotos: mb.presse
Weitere Informationen unter: www.diespringer.de |
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