Stephan Administrator


Anmeldungsdatum: 31.01.2005 Beiträge: 2860 Wohnort: Schönau am Königssee
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Verfasst am: Sa, 06. März. 2010 09:10 Titel: Unfallstatistik für den Landkreis Berchtesgadener Land
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Unfallstatistik für den Landkreis Berchtesgadener Land
für das Jahr 2009
Trotz höherer Unfallzahlen deutlich weniger Verletzte und Tote
Im Jahr 2009 ereigneten sich im Landkreis Berchtesgadener Land insgesamt 2670 Unfälle mit 714 Verletzten und 6 Toten. Gegenüber dem Jahr 2008 bedeutet dies eine Steigerung der Unfälle um 4,1 Prozent oder 105 Unfälle. Allerdings wurden deutlich weniger Personen verletzt und getötet. Die Zahl der Verkehrstoten sank von 11 auf 6 und die der Verletzten von 763 auf 714 (- 44). Dies ist die niedrigste Zahl an Verletzten seit 1975 und die zweitniedrigste der Verkehrstoten im gleichen Zeitraum.
Die Hauptunfallursachen sind nach wie vor Fehler beim Rückwärtsfahren oder Wenden (477), fehlender Sicherheitsabstand (437), überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit (312) und Vorfahrtsmissachtungen (362). Technische Mängel führten nur 14 mal zu Unfällen.
Bei den nachfolgenden Auswertungen wurden nur die Unfälle mit Personen- oder schwerem Sachschaden berücksichtigt, da die Kleinunfälle statistisch nur sehr eingeschränkt ausgewertet werden können.
Unfallverursacher waren 911 Pkw-, 140 Lkw- und 97 Radfahrer. Dagegen nimmt sich die Zahl der anderen Verkehrsteilnehmer, die einen Unfall verschuldeten, erstaunlich gering aus. Die Statistik führt nur 42 Motorrad-, Mofa- oder Rollerfahrer, 4 Fußgänger und 11 Busfahrer als Verursacher an.
Die Möglichkeit des begleitenden Fahrens mit 17 Jahren erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Im Jahr 2009 wurde von der Führerscheinbehörde im Landratsamt Berchtesgadener Land 784 solcher Fahrerlaubnisse ausgestellt. Bezüglich des Unfallgeschehens ist diese Gruppe der Fahrzeugführer jedoch absolut unauffällig. Im vergangenen Jahr wurde lediglich 1 Verkehrsunfall durch eine sog. BF-17-Fahrerin verursacht. Allerdings trübt sich dann das Bild, wenn man die jungen Fahranfänger von 18 – 25 Jahren ansieht. Sie sind überproportional oft an Unfällen beteiligt. Während sie nur ca. 8 % der Gesamtbevölkerung darstellen, verursachen sie im Landkreis 14,7 % der Unfälle (207 Unfälle). Besonders negativ fällt auf, dass sie fast 1/3 der 76 Alkoholunfälle verursachen.
Im vergangenen Jahr gab es 5 Unfälle auf dem Schulweg zu verzeichnen. 2 Kinder wurden leicht und 3 schwerer verletzt. 2 Unfälle ereigneten sich in Freilassing, je einer in den Gemeinden Anger, Ainring und Bischofswiesen.
2009 nahmen die 5 Polizeidienststellen im Landkreis 633 „Unfallfluchten“ auf. 239-mal konnte der Täter ermittelt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 38 Prozent. Gerade bei geringen Schäden gibt es fast keine Spuren, die zum Täter führen, so dass hier die Polizei in erster Linie auf Zeugenhinweise angewiesen, um den Geschädigten zu seinem Recht zu verhelfen.
Bei den angezeigten 188 Wildunfällen wurden 3 Personen leicht verletzt. Beteiligt waren 120 mal Reh-, Rot- oder Dammwild, 31 Hasen 16 Dachse, 14 Füchse, 2 Greifvögel und 5 mal sonstiges Wild.
Erfreulicherweise ist auch die Zahl der Kraftfahrer gesunken, die unter Alkoholeinfluss einen Unfall verursachten. Bei 76 Unfallbeteiligten wurde eine Alkoholisierung festgestellt. Es dies die geringste Zahl, die bislang festgestellt wurde. Dies darf aber kein Grund für eine Verharmlosung der Ursache Alkohol sein. Schließlich gingen auf das Konto der Alkoholunfälle 3 von 6 Unfalltote und 36 Verletzte. Weitere 4 Unfallverursacher standen unter Drogeneinfluss.
Die besonders intensiver Überwachung der B 20 im Landkreis führte leider noch zu keinem deutlich verbesserten Ergebnis. Zwar sank die Anzahl der Toten von 4 auf 1 und die der Verletzten von 158 auf 138, jedoch stieg die Gesamtzahl der Unfälle auf der B 20 von 332 auf 350. Um die Unfallbilanz auf der sehr stark belasteten B 20 weiter zu verbessern, werden die Kontrollen auch im Jahre 2010 fortgeführt.
Folgende Unfallhäufungspunkte ergaben sich bei der Auswertung: Auffällig oft krachte es in Bad Reichenhall auf der Umgehungsstraße B 21, wo sich 15 Unfälle mit 12 verletzten Personen im Bereich der ARAL-Tankstelle ereigneten. Je 9 Unfälle waren auf der B 305 in Berchtesgaden im Bereich Einmündung Gmundberg und in Piding bei der BAB-Ausfahrt Nord in die B 20 zu verzeichnen. Bei 5 Örtlichkeiten wurden jeweils 7 Unfälle festgestellt: In Freilassing auf der Münchener Straße an der Kreuzung mit der Augustiner-/Vinzentiusstraße und am Salzburger Platz, in Laufen an der Einmündung der Schlossstrasse in die B 20, in Piding bei der Einmündung der Staatstraße 2103 in die B 20 und in Schneizlreuth im Bereich der Einmündung der B 305 in die B 21.
Hajek Hermann
Polizeihauptkommissar
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