Stephan Administrator


Anmeldungsdatum: 31.01.2005 Beiträge: 2981 Wohnort: Schönau am Königssee
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Verfasst am: Mi, 13. Jun. 2007 20:16 Titel: Interview mit Christina Stürmer
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Meine Oma hätte am meisten Spaß…
Interview mit Christina Stürmer anlässlich ihres Auftrittes auf dem Salzburger Domplatz
Am 9. Juni feierte sie ihren 25. Geburtstag, am 15. Juni erscheint ihre neue Single „Augenblick am Tag“ und am 23. Juli rockt sie den Salzburger Domplatz – längst ist Christina Stürmer die erfolgreichste Popsängerin Österreichs. Und da bleibt im übervollen Terminkalender auch wenig Platz für Privates. So feierte Christina Stürmer ihren Geburtstag nach dem Auftritt beim Open Air in Wernesgrün im Nightliner, beim Interview im Salzburger Sheraton verriet sie aber, dass demnächst im kleinen Kreis beim Heurigen nachgefeiert wird.
Ein Vierteljahrhundert Christina Stürmer – eine Bilanz?
Christina: „Es läuft gut. Ich mache genau das, was ich immer machen wollte. Und ich kann sagen, dass ich alles genauso wieder machen würde. Also die Schule abbrechen, dann die Lehre, Starmania und so weiter. Es gibt nichts, das ich bereue.“
Wie könnte eine Bilanz Deines Lebens idealer Weise aussehen, wenn Du dereinst das halbe Jahrhundert vollendest?
Christina: „Ich hoffe, dass ich dann immer noch sagen kann, dass ich nichts bereue und nichts rückgängig machen möchte. Meine Eltern haben erst kürzlich ihren 50. Geburtstag gefeiert. Eine richtig große Feier zu Hause mit viel Essen, vielen Verwandten und vielen Freunden. Das könnte ich mir auch gut vorstellen: Eine schöne Feier im eigenen Haus im Grünen. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und möchte unbedingt einmal selbst ein Haus auf dem Land haben. Als Stadtmensch eigne ich mich nur sehr bedingt.“
Idylle auf dem Land ist eine schöne Vorstellung, die Realität ist ja leider nicht immer wirklich so. Was nervt Christina Stürmer, wenn sie die Zeitung aufschlägt oder TV-Nachrichten schaut?
Christina: „Wenn man liest und sieht, was jetzt gerade eben beim G 8-Gipfel alles versprochen und zugesagt wurde, etwa für Afrika oder beim Klimaschutz. Die Versprechungen wiederholen sich und meist passiert doch nichts. Aber die Leute glauben es, weil es ja in der Zeitung steht oder im Fernsehen war. Das halte ich für sehr bedenklich. Ich erfahre es ja am eigenen Leib. Es macht mich manchmal richtig wütend, wenn ich lese, was ich alles so getan haben oder gesagt haben soll. Das meiste ist erstunken und erlogen. Und wenn mich dann selbst Bekannte anrufen und das glauben, was sie über mich gelesen haben, dann ärgert mich das gewaltig, weil ich dann genau sehe, wie diese Mechanismen aus Lüge und Gutgläubigkeit funktionieren. Musik ist ja ein gutes Mittel, um für Dinge zu kämpfen, die einem wichtig sind. Es gibt viele Bands, die sich für gute Dinge einsetzen und mit ihren Namen dafür stehen. Das ist eine wichtige Sache, um Menschen die Augen zu öffnen.“
Der berühmte Kollege Zucchero ist mal aufgrund einer Verwechslung im Kreml aufgetreten, das Publikum hatte ein klassisches Konzert erwartet und 90 Minuten keinen Applaus gespendet, ehe er am Ende des Konzerts stehende Ovationen bekam. Auch schon mal so etwas erlebt?
Christina: „So extrem natürlich nicht, aber unser erster Deutschland-Auftritt 2004 in Neuss – im Rahmen eines Volksfestes - war schon sehr skurril. Bis auf zwei oder drei Leute, die vor der Bühne standen, hat uns niemand gekannt. Im Backstage gab’s nur Bierbänke, das war alles ziemlich improvisiert, während wir ja zur gleichen Zeit in Österreich schon sehr bekannt waren und die Konzerte auch tiptop organisiert waren. Der Funke ist dann schon übergesprungen, aber der Gegensatz war einfach krass. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir kurz danach in der Wiener Stadthalle vor 11 000 Leuten gespielt haben.“
Mit wem würdest Du denn gerne mal auf der Bühne stehen?
Christina: „Da kann ich nicht mit großen Namen aufwarten. Was nutzt es mir, wenn ich mit jemandem die Bühne teile, der mega bekannt ist, eine tolle Stimme hat, mit dem ich aber menschlich nicht kann. Da sind mir eher unbekannte Leute, wie Tyler, der uns auch in Salzburg unterstützen wird, viel lieber. Hauptsache die Chemie stimmt.“
Und mit wem würdest Du gerne Kaffee trinken gehen?
Christina: „Am liebsten mit meiner verstorbenen Oma. Sie war bei Starmania wahrscheinlich mein größter Fan, ist aber leider schon vor dem Finale verstorben. Ich denke, sie hätte einen fürchterlichen Spaß an dem, was ich jetzt mache.“
Ist Dein Auftritt auf dem Salzburger Domplatz etwas Besonderes für Dich?
Christina: „Natürlich freue ich mich auf die tolle Atmosphäre, das ist schon eine ganz besondere Location. Mit Sicherheit wird es lustig, denn meine Eltern und viele Bekannte werden da sein. Generell machen Open Airs schon am meisten Spaß, weil man ja nie so genau weiß, was einen erwartet. Open Airs haben immer einen ganz eigenen Charakter und das macht es so spannend.“
Text von Michael Buchholz
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Bildtext:
Christina Stürmer beim Interview mit Michael Buchholz im Salzburger Sheraton. |
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