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Schönauer Gast
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Verfasst am: Di, 22. Jan. 2008 23:39 Titel: Trifftplatznutzung - Verkauf
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Hallo Jürgen,
ich kann einfach nicht verstehen, wieso die Gemeinden in Berchtesgaden einfach nicht wirtschaftlich denken wollen oder können. Würden die Gemeinden wie Firmen behandelt, dann würde jemand wie du die Anhäufung von Besitz nicht als etwas negatives sehen!
Gesunde Firmen kaufen schließlich zu um den Wert der Firma zu steigern.
Die Gemeinden geben alles ab! Zum Beispiel wurde die Müllabfuhr abgeschafft und der Winterdienst zum Teil ausgelagert. Ich habe aber noch keinen Müllunternehmer oder Fuhrunternehmer der Winterdienst betreibt, in Berchtesgaden gesehen, der am Hungertuch nagt. Auch die nicht mehr betreibbare Obersalzbergbahn kann wirtschaftlich betrieben werden.
Warum geht bei uns beim Tourismus so viel schief?
Da wurde doch glatt ein Manager eingestellt, der zuvor bei der Tuoropa, einer Tocher der Deutschen Bundesbahn gewerkelt hat. Wie serviceorientiert diese Firma ist weis jeder. Auch der jetzige Chef von Berchtesgaden-Königssee ist alles, aber kein erfolgreicher Toursimuschef.
Auch die Chefin der BGLT ist keine Fachkraft, die legitim ausgeschrieben worden ist, sondern eher ein Überbleibsel, die irgenwo ein Auskommen benötigte.
So lange so und nicht wirtschaftlich gehandelt wird, steigen die Schulden und wird weiter das Chaos herrschen. Du Jürgen stellst ja auch keinen Bäcker ein um die Opels der Region zu regarieren oder? |
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Stephan Administrator


Anmeldungsdatum: 31.01.2005 Beiträge: 658 Wohnort: Schönau am Königssee
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Verfasst am: Mi, 23. Jan. 2008 13:31 Titel: Trifftplatz / Wirtschaftlichkeit der Gemeinden
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Hallo Schönauer,
jetzt hast du aber zwei Dinge vermischt!
Bei Punkt 1 freu ich mich schon auf die Sichtweise vom Jürgen und Franz, denn ich finde auch, dass eine Gemeinde wie ein Wirtschaftsbetrieb geführt werden sollte!
Die Andere Geschichte ist der Tourismus, der zu diesem Thema nicht passt und für den ein eigenes Board geöffnet werden sollte.
Dass bei der Wahl der Tourismusentscheider in Berchtesgaden oftmals große Fehler gemacht worden sind zeigen die vielfach vermissten Erfolge und das in einer Region, die schon fast zu viele Attraktionen auf einem Flecken versammelt.
Stephan _________________ Berchtesgadeninfo.de: Urlaub in Berchtesgaden, Ramsau und Königssee http://www.berchtesgadeninfo.de
NEU: 3-Tage und 5-Tages-Programm Adventure Sports und Outdoor Fun in Berchtesgaden http://www.berchtesgadeninfo.de/Aktivurlaub.393.0.html |
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Jürgen PostRank 1

Anmeldungsdatum: 18.11.2007 Beiträge: 9 Wohnort: Berchtesgaden
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Verfasst am: Do, 24. Jan. 2008 02:23 Titel:
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Servas Schönauer,
jetzt könnt ich einen Roman schreiben, aber dazu hab ich keine große Lust. Nur ein paar Gedanken, meine Meinung!
1. Ja, auch eine Gemeinde sollte wie ein Wirtschaftsbetrieb geführt werden. Allerdings nicht im Sinne von Gewinnmaximierung und Werteanhäufung, sondern im Sinne einer möglichst wirtschftlichen Bereitstellung von Service und Dienstleistung für Ihre Bürger.
2. Schuster bleib bei Deinen Leisten, den Spruch kennt ja wohl jeder. Wohnraum bewirtschaftet das Wohnbauwerk. Die Gemeinden sind indirekt dabei. Das Wohnbauwerk ist darauf spezialisiert, die machen nichts anderes! Einschließlich bauen und renovieren usw. Warum sollte also die Gemeinde sich weitere Wohnungen aneignen oder halten? Übrigens hatt die mit den Erlösen geschaffene Infrastruktur auch einen Wert in einer Bilanz!
Gleiches gilt für viele "ausgelagerte" Dienstleistungen. In der privaten Wirtschaft gibt es Spezialisten, die oft nichts anderes machen, als eben das, was ihr Beruf ist. Bei uns im Bauhof macht oft jeder alles. Das ist zwar etwas übertrieben, aber im Prinzip ist es genau so. Dass eine Maßnahme dann auch mal etwas länger dauert, mehr Material gebraucht wird, in "alter Technik" ausgeführt wird und damit letztlich unwirtschaftlicher ist, als wenn es eben der aktuell geschulte, täglich an vorderster Front beim Kunden stehende Spezialist in der freien Wirtschaft macht, das ist doch natürlich und sicher nicht die Schuld der Bauhofmitarbeiter.
BGD hat übrigens den Winterdienst nicht ausgelagert, auch wenn ich das ganz gerne gesehen hätte, weil wir dann beispielsweise kein 17 Unimogs a 170 TEUR mehr gebraucht hätten.
3. Ich habe mehrfach vorgeschlagen, Bereiche wie Kanal und Wasser in Gemeinde eigenen GmbHs zu organisieren. Warum? Ganz einfach: Hier kann man dann unter privatwirtschaftlichen Aspekten optimieren. Ein paar Stichworte, wass dann alles möglich wäre (und heute nicht ist): Rücklagen schaffen, Werte sauber bilanzieren, privatrechtliche Arbeitsverträge, Optimierung der Ausschreibungen usw. Bin leider mit meinen Vorschlägen nicht durchgedrungen. Neben der Masse der Parteilosen waren nur noch die Grünen (Bartl Wimmer) dafür
4. Last but not least - im öffentlich rechtlichen Umfeld sind in vielerlei Hinsicht die Möglichkeiten eines freien Wirtschaftens einfach per Gesetz nicht möglich. Ein letztes Beispiel: Nachverhandeln bei Bauangeboten - geht nicht, muss streng nach der VOB gehen. Usw...
Zusammengefasst: Gemeindliches Handeln wie ein Wirtschaftsbetrieb - von mir aus gerne und sofort, im Rahmen des Möglichen. Und es wäre eine ganze Menge möglich!
Fürs Tourismus - Thema gibts an eigenen Thread, oder? Mach ma ned a nu do...
Jürgen |
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Stephan Administrator


Anmeldungsdatum: 31.01.2005 Beiträge: 658 Wohnort: Schönau am Königssee
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Verfasst am: Do, 24. Jan. 2008 13:37 Titel: Wirtschaftliches Haneln bei Gemeinden
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Hallo Jürgen,
merci für deine Gedanken!
Beim Punkt eins gebe ich dir gerne recht! Es reichen mir allerdings unsere gemeinsamen Erlebnisse um zu Sagen das dieser Satz:
im Sinne einer möglichst wirtschftlichen Bereitstellung von Service und Dienstleistung für Ihre Bürger.
Mit sehr großen Lettern in einigen Büros der Gemeindeverwaltung des Markt Berchtesgaden aufgehängt werden müssen.
In einem Punkt sind wir allerdings unterschiedlicher Meinung! Mein Vater war auch im Bauhof tätig und kümmerte sich um die Sicherstellung der Wasserversorgung und hat auch nichts anderes gemacht. Es gibt halt nun mal Tätigkeiten und Dinge, von denen der Bürger im Allgemeinen zu sehr abhängig ist, als das man diese Dinge privatisieren dürfte. Im Großen ist das die Deutsche Bundesbahn, hier ist jede Privatisierung dahingehend ein Fehler, weil viel zu viele Menschen von der Bahn abhängig sind und die Bahn somit eine Grundversorgung darstellt. Im kleinen sind das die Dienstleistungen des Berchtesgadener Bauhof, denn mit den Unimogs die du beschreibst, werden im Winter die Wege geräumt, damit die Bürger in die Arbeit fahren können und im Sommer werden diese Geräte für die Unterhaltung der Wanderwege benötigt. -> Diese Aufgaben müssen dann halt nur noch von der Gemeinde Wahr genommen werden. Siehe hier meine Briefe an die Gemeinde bezüglich der Wege im Touristenort Berchtesgaden, die du als Fraktionssprecher in Kopie erhalten hast.
Wenn du das gerne gesehen hättest, das der Winterdienst ausgelagert wird, so glaube ich, dass ich dann sofort ein Räumfahrzeug gekauft hätte, denn auf Regie bekommt man heute ja kaum noch Arbeit und die Stunden eines Winterdienstes kann glaub ich auch keiner im Vorraus planen.
3. Die Geschichte mit den eigenen GmbH’s ist sicherlich gut denkbar!
Zurück zum wirtschaftlichen handeln!
Wie sieht das generell in Zukunft aus, wenn die Gemeinden mal wieder Geld brauchen und schon alles verkauft ist?
Wird dann das perfekte Trinkwasser aus dem Wimbachtal an die Adelholzener Quellen oder einen Externen Energieversorger verkauft, damit man das Projekt xy finanzieren kann?
Mit einem gebe ich dem Schönauer nämlich recht! Wenn erst mal alles verkauft ist und sonst nichts bleibt, dann bin ich auch als Gemeinde handlungsunfähig
Stephan _________________ Berchtesgadeninfo.de: Urlaub in Berchtesgaden, Ramsau und Königssee http://www.berchtesgadeninfo.de
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Jürgen PostRank 1

Anmeldungsdatum: 18.11.2007 Beiträge: 9 Wohnort: Berchtesgaden
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Verfasst am: Do, 24. Jan. 2008 22:40 Titel:
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Hallo Stefan,
bis ins späte zwanzigste Jahrhundert war doch der Gedanke an den ruhigen "Beamtenjob" ganz normal. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass er in Teilen heute noch präsent ist. Ich bin aber überzeugt, dass die jüngere Generation dem nicht mehr entspricht und auch bei vielen "alten Hasen" inzwischen ein Umdenken da ist. Aber alle Mitarbeiter einer Behörde, egal, ob Gemeinde, Landratsamt oder sonst wo, hat dieser Gedanke von der Dienstleistung am Bürger sicher noch nicht erreicht.
Dein Dad war im Wasserwerk und insofern war er Spezialist. Diesen Teilbereich möchte ich nicht in einen Topf mit anderen Aufgaben des Bauhofes werfen und schon gar nicht privatisieren. Gleiches gilt für unser Kanalwerk und noch einige andere Bereiche! Aber es gibt viele Tätigkeiten, die halt nur selten gemacht werden müssen und da ist meines Erachtens ein Handwerker bzw. eine Unternehmung, deren einziger Job es ist eine solche Tätigkeit durchzuführen, klar im Vorteil und deshalb auch günstiger. Außerdem - was ist dabei, wenn man für einen anstehenden Job einen Kostenvoranschlag von einem Externen einholt und den Aufwand intern zu extern vergleicht, um so die Option zu erhalten, die wirtschaftlichere Variante zu wählen. Ich denke, in vielen Fällen ist das machbar und einige Male, in denen es auch gemacht wurde, hat sich eben gezeigt, dass ein Externer vor genannten Hintergründen erheblich günstiger und auch schneller sein kann.
Winterdienst ist sicher eine kniffelige Sache, da in der Tat die Qualität ein wesentlicher Faktor ist und nicht einfach gewährleistet werden kann. Aber wenn eine ohnehin vorhandene Baumaschine, die im Winter nicht gebraucht wird, samt dem Maschinenführer, der sonst stempeln geht, dafür eingesetzt wird, dann ist das doch auch wirtschaftlicher, oder? Die einzusetzenden Geräte sind ohnehin da und oft muss der Mann selbst auch weiter bezahlt werden. Was also in dem Fall per Räumarbeiten für ein Unternehmen rein kommt, ist ein Deckungsbeitrag zu den Kosten, die ohnehin in der Ruhephase des Baugewerbes vorhanden sind.
Was die Investitionsfähigkeit einer Gemeinde angeht, ist das eine einfache Rechnung. Beispiel Trifftplatz: Wir das Schornbad aus Mitteln des Verkaufserlöses gebaut, muss kein Kredit aufgenommen werden. Wird kein Kredit aufgenommen, steht keine Abzahlung an. Die so gewonnenen freien Mittel können wieder investiert werden.
Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn der Schuldenstand nicht durch andere Dinge weiter ansteigt. Deshalb ist auch eine meiner zentralen Forderungen für die kommende Legislaturperiode, spätestens ab 2010 einen ausgeglichenen Haushalt zu haben, um dann schrittweise die vorhandenen Schulden abzubauen. Die dadurch gewonnen freie Spanne kann dann wieder investiert werden.
Aber auch anders herum muss die Situation betrachtet werden. Wir haben beispielsweise ein Gebäude zum Verkauf ausgeschrieben, das in etwa folgende Eckdaten hat: Wert ca. 400 TEUR, Nettoeinnahmen pro Jahr ca. 15 bis 20 TEUR, notwendige Reparaturen ca. 250 TEUR (müssten per Schulden realisiert werden). Man muss kein Mathegenie sein, um ausrechnen zu können, wie gut die Rendite aussieht. Die Investiton in die Reparatur würde zudem den Haushalt für andere, wichtige Dinge, wie beispielsweise eine Straßensanierung, blockieren. Wie viel Sinn macht es also, das Gebäude zu halten und in die Sanierung zu investieren. Wenn schon wirtschaftlich gedacht werden soll, dann bitte auch in diesen Fällen. Prozentuale Rendite geringer als Schuldzins = verkaufen, zugunsten von Pflichtaufgaben. Ausnahmen gibt es natürlich auch, z.B. wenn soziale oder kulturelle Hintergründe für den Erhalt sprechen. Aber es muss klar sein, dass wir uns im witschatlichen Sinne dann etwas leisten, was ökonomisch keinen Sinn macht, noch nicht einmal im Sinne eines bilanziellen Wertes.
Habe die Ehre,
Jürgen |
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